Zum Jahresthema Duftrosen

Spuren der Erinnerung


Von Duft spricht man, wenn ein Geruch als angenehm empfunden wird. Doch auch Ihnen dürfte bekannt sein, was für den einen als angenehm empfunden wird, für andere nicht unbedingt dasselbe ist. Wie auch unangenehme Gerüche ist Duft vergänglich, doch in unserer Erinnerung hinterlässt er unauslöschliche Spuren. Egal ob der Duft meines ersten Parfums, meiner Bleistiftschachtel aus der Schulzeit, einige, etwas abgenutzte Plüschtiere meiner Kinder, die ich sorgsam aufbewahre, oder aber der von Rosen und anderen Blüten, sie alle haben bei mir sehr tiefe Spuren hinterlassen. So erinnert mich «Meierisliduft» noch heute an meine Mutter, die wir an Muttertag mit einem Sträusschen, gepflückt im Wald, überraschten. Auch die Erinnerung an meinen Vater ist mit Duft verbunden, ging er am «Banntag», an dem im «Baselbiet» noch heute vielerorts, überwiegend an Auffahrt symbolisch die Gemeindegrenzen kontrolliert werden, nicht ohne Flieder (Syringa) auf dem Hut aus dem Haus. Natürlich ist Duft auch mit der Erinnerung an meine ehemaligen Gärten verknüpft. Beim ersten ist es der der Strauchrose «Westerland», egal ob ich im Garten einer Rosenfreundin oder in einem Gartencenter an den orange bis lachsrosa changierten, halb gefüllten Blüten rieche. Mit meinem zweiten Garten verbindet mich der Duft der Bourbonrose ’Zéphirine Drouhin’, welcher an sonnigen Junimorgen bei geöffneten Fenstern durchs ganze Haus zog und mich damit in den Garten. Immer wieder begeisterte mich aber auch der Duft der Noisetterose ’Blush Noisette’. Ihre rosa überhauchten weissen, gut gefüllten Blüten verströmten in milden Wintern bis an Weihnachten einen an Gewürznelken erinnernden, betörenden Wohlgeruch. Ich bin mir sicher, liebe Leser, beim Lesen dieser Zeilen wird Ihnen bewusst, dass auch bei Ihnen Duft tiefe Spuren hinterlassen hat.

Brigitt Buser

Strauchrose 'Westerland'

Zum Jahresthema Duftrosen

Thibaut von Champagne

„ Heim bin ich aus dem Morgenland an Seel und Leib gesund,

Mich dürstet’ in der Wüste Sand nach Eurem frischen Mund.

Ihr bliebet mir ein treues Weib, da steht mein Glaube fest,

Drum bring ich Euch das Schönste mit, was sich bescheren lässt!“

 

Die Gräfin wandelt auf und ab in einem sachten Schritt.

Sie las den Brief und las den Brief. „Was bringt der Graf mir mit?

Ists wohl ein Span vom echten Kreuz? Den küsst ich voller Scheu!

Ists in den Zwinger ein Getier? Ein Pardel oder Leu?

 

Ists dünnen Schleiers Spinneweb, das Werk der Feienhand?

Ein Perserteppich, wie der Fuss noch keinen weichern fand?

Ists denn ein lichter Edelstein? Ists ein Geschirr von Gold,

Daraus sich feiner Rauch empor in blauen Wölklein rollt?“

 

Der Türmer ruft. Das Tor erfüllt der freudge Pilgerzug:

Barhaupt der Graf in seinem Helm wohl hundert Rosen trug,

Auf manchen Wagen schwankte dann manch tönernes Geschirr,

Darüber blüht ein Rosenhain in würzigem Gewirr.

 

Der Gräfin Näschen sog den Duft, das Mündchen zeigt’ Verdruss,

Dann lächelts zu dem leichten Hort und bietet sich dem Kuss-

„Wie selig bin ich, liebe Frau, dass Euch der Flor gefällt!

Die Rosen von Damaskus sind die vollsten auf der Welt!

 

In hundert Kübeln schleppten wir den Rosenwald an Bord,

Er wär mir in der Sonnenglut verdorben und verdorrt,

Neun Tage stürzte Regenguss, der schier das Schiff versenkt-

Ich dachte nur, ich lachte nur: wie der die Rosen tränkt!

 

Entpanzert, Knappen, mir die Brust, noch bin ich erzumschient!

Ich habe meinen Himmel hier und einen dort verdient!

Mit Rosen will ich drum zu Tisch, mit Rosen schlummern gehen,

Mit Rosen steigen in die Gruft, mit Rosen auferstehen!

                                                         Conrad Ferdinand Meyer

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches Rosenjahr

Herzlichst, Brigitt Buser

Foto: Maria Nyffenegger

Rose ’Conrad Ferdinand Meyer’

Sie ist dem gleichnamigen Schweizer Dichter des Realismus gewidmet, der hauptsächlich historische Novellen, Romane und Lyrik geschaffen hat. Geboren am 11.10.1825 in Zürich und gestorben am 28.11.1898 gehört er nebst Jeremias Gotthelf und Gottfried Keller zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dichter des 19. Jahrhunderts. Uns sicherlich bekannt dürfte die humoristische Novelle „Der Schuss von der Kanzel“ sein, die im Jahr 1878 erstmals vom «Zürcher Taschenbuch» (Gesellschaft zürcherischer Geschichtsfreunde in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Zürich) veröffentlicht wurde. Besser bekannt dürfte uns jedoch die humoristische Filmversion sein, die 1942 unter der Regie von Leopold Lindtberg entstand. Bei der Rose ’Conrad Ferdinand Meyer’ (Müller 1899) handelt es sich um eine öfter blühenden Rugosa-Hybride (’Gloire de Dijon’ x ’Duc de Rohan’). Ihre Blüten sind von einem warme Rosa und öffnen sich edelrosenartig. Ganz geöffnet stark gefüllt, verströmen sie einen sehr intensiven Duft. Einziges Makel ist ihr dunkelgrünes Laub an stark bewehrten Trieben, das etwas sternrusstauanfällig ist. Daher benötigt ’Conrad Ferdinand Meyer’ einen gut durchlüfteten Standort und sollte im jeweils Frühjahr grosszügig ausgelichtet werden, was ein rasches Abtrocknen des Laubes nach Regengüssen fördert. Bei optimalem Standort kann der sehr winterharte Strauch mit ausladendem Wuchs eine Höhe von bis zu 3 Metern erreichen.

Brigitt Buser

Rosa Helvetica

Unser Jahresblatt Rosa Helvetica 34/2018 ist Druckreif und wird mit dem Rosenblatt Januar 2019 ausgeliefert. Wie letzten Monat angekündigt, ist es als Ganzes den Wild- und naturnahen Rosen gewidmet. Auf dem Umschlag kommt das wunderschöne Aquarell „Mermaid“ von Lotte Günthart, und auch einige weitere Aquarelle aus unserem Fundus werden das Büchlein illustrieren. Wer nicht an der Jahresversammlung war, kann den Vortrag von Thomas Lolling über „Fruchtende Rosen“ nachlesen, aber auch weitere neue Artikel zu Wildrosen. Dieses Thema war über die bald 60-jährige Geschichte unseres Vereins immer wieder im Grossen Rosenblatt oder in der Rosa Helvetica von verschiedenen Autoren bearbeitet worden. Damit die Leistungen dieser Pioniere nicht vergessen gehen, bringen wir auch eine Auswahl relevanter Schriften aus unseren Archiven in der Art eines Kompendiums. Als Redaktor hoffe ich, dass diese Publikation bei neuen und alten Mitgliedern Anklang finden wird.  

                                                                       Behcet Ciragan

 

Symposium rund um die Rose

Garten Schloss Heidegg

Bereits zum vierten Mal hatte die Anna Berger Stiftung am Samstag, 10. November nach Bad Langensalza, der Rosenstadt in Thüringen, zum Wissenschaftlichen Symposium Rund um die Rose eingeladen. Der Anlass rund um die Königin der Blumen war besetzt mit hochkarätigen Referenten aus dem In- und Ausland, unter ihnen Theo Keller, langjähriger Präsident der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde.

Den Referaten voraus ging die Uebergabe der Förderbescheide sowie Ehrungen. Zudem stellte die Stiftung ihre Arbeitsbilanz vor. Folgende verdienstvolle Personen kamen in den Genuss einer Ehrung; Züchter Volker Rönigk, Ex Bürgermeister Bernhard Schönau und Olaf Deja. Für Bernhard Schönau, Bürgermeister a.D. von Bad Langensalza, war es ein ganz besonderer Tag. Für seine grosse Arbeit in der Anna-Berger-Stiftung und auf seine Initiative entstandene Stiftung darf sich der Geehrte als Namensträger einer Rose wähnen. Die Neuzüchtung soll den Namen „Bürgermeister Schönau“ tragen. Wie Hans Berger in der Laudatio erklärte, war der Ex-Bürgermeister auch Ideen-Geber für den Rosengarten. Dieser Rosengarten darf sich in der Zwischenzeit als einen der bekanntesten und schönsten in ganz Deutschland wähnen. Eine Ehrungen gab es für Volker Rönigk für die Fortführungen der Tradition Bad Langensalzer Rosenzüchtungen, welche bis ins 19. Jahrhundert reicht und seit der Wende etwas ins stocken geraten ist. Uebrigens hatten die Rönigks 2017 die Rose „Rosenstadt Bad Langensalza“ hervorgebracht. Eine weitere Ehrung kam Olaf Deja für sein grosses Engagement in der Rosenstadt und der Initiierung des wissenschaftlichen Rosen-Symposiums zu teil.

Nach dem offiziellen Teil eröffnete Theo Keller den Referatsreigen. Unter dem Titel „Einladung in die Schweizer Rosengärten“ führte der Schweizer Referent durch verschiedene Rosengärten seines Landes, nämlich durch Rapperswil, Munot, Winterthur, Hahnberg, unter anderen auch durch die Gärten in den Städten Bern, Lausanne, und Bischofszell. Dass sich die Rosengärten in der Schweiz nicht verstecken müssen, war im Verlaufe seines Referates sichtbar geworden. Denn mit Herzblut und Stolz führte Theo das Publikum durch die helvetischen Rosenanlagen. Zwar sei alles etwas kleiner, dafür oho. Mit einem kräftigen Applaus wurde Theo Kellers Referat von einer begeisternden Zuhörerschaft honoriert. Nach Theo referierten die, in der GSRF bekannten Christine Meile und Udo Karl zum Thema „Die Namen der Rose“, gefolgt von Eilike Vemmer „Brüsseler Spitze und Belgische Pralinen- Rosenzüchtungen von Louis Lens und Ann Velle-Boudolf“. Den Abschluss bildete Thomas Marschall, Berlin, mit „Die Ostdeutsche Rosengeschichte – Schwerpunkt Köpenick“. Im nachfolgenden Gedankenaustausch festigte Theo Keller die Verbindung von Bad Langensalza zu Bischofszell. So wird eine Delegation im kommenden Jahr die Rosen- und Kulturwoche in Bischofszell besuchen? Ob es zum Rendez-vous der Königinnen kommen wird, wird sich herausstellen.

Bernhard Bischof

 

Herbstimpressionen

Hat der wunderbare Rosenfrühling/-Sommer bei Euch auch in einer ungewohnten Vielfalt von Hagebutten resultiert? Jede Hagebutte ist ein Zeichen, wie fleissig Bienen, Hummeln und andere Insekten dieses Jahr gearbeitet haben. Auch die Obstbäume bei uns im Dorf sind schwer beladen. Wegen der Trockenheit konnte die Herbstblüte nicht mit dem Frühling mithalten. Trotzdem ist die Vielfalt jeder Blüte und jeder Hagebutte immer wieder eine Freude!


 Rosa tomentosa  Rosier des Parfumeurs

Rosa tomentosa mit Gallapfel                                 Rosier des Parfümeurs

  Lady Hillingdon Clg

Caramella vor Wildem Wein                                 Lady Hillingdon Clg

Mme Grégoire Staechelin  Bon Silène

Mme Grégoire Staechelin                                     Bon Silène

 

Rosentaufe auf Schloss Heidegg

Margrit Erni und Theo Zwygart taufen ‚Hans Wüest‘. In der Mitte der Züchter Ruedi Brun

 

Die Taufe der Rose ‚Hans Wüest‘ am 9.9.2018 auf Schloss Heidegg war ein voller Erfolg! Etwa 75 Mitglieder der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde und der Rosengesellschaft Schweiz, zusammen mit den Kindern von Hans Wüest, Isabelle und Roland, versammelten sich im Rahmen des Schlossfestes Heidegg bei wunderbar sonnigem Wetter um den unvergessenen Züchter zu ehren. Nach einleitenden Worten von Dieter Ruckstuhl, Geschäftsführer von Schloss Heidegg, würdigte Walter Waltisberg Hans Wüest und der Züchter Ruedi Brun erzählte wie Hans Gefallen an dieser Rose fand und darauf bestand, sie zu behalten. Die Taufpaten waren Margrith Erni von der Rosengesellschaft Zentralschweiz und unser Ehrenpräsident Theo Zwygart.

Die Rose selbst remontierte passenderweise an der Stützwand des Schlosses vor dem Schlosskeller. Nach dem Taufakt nutzten Rosenfreunde aus beiden Vereinen die Gelegenheit sich beim Apéro auszutauschen. ‚Hans Wüest‘ wird nun von der Baumschule Reichenbach in Hausen a. Albis in beschränkter Stückzahl vermehrt und kann dort für Auslieferung im Frühjahr 2019 bestellt werden.

 

 

Impressionen aus der Rosentaufe

 

 

"Rosenpersönlichkeiten"

Rosenpersönlichkeiten_Titel  Rosenpersönlichkeiten_inhalt

Kennen Sie die Webseite „Welt der Rosen: Rosenwelt Rosenzauber Rosenlust Rosenfaszination – (fast) alles über Rosen“? Seit vielen Jahren stellt Maria Mail-Brandt (*1947) Informationen über Rosensorten, Rosenzüchter, Rosengeschichten und vieles mehr auf www.welt-der-rosen.de, eines ihrer 6 (oder 7) Homepages dar. Lassen Sie sich verführen zum Verweilen auf dieser Seite, oder auf der ausführlichen GartenLiteratur-Seite, oder im Gartenblog, vielleicht auch bei den Schneeglöckchen oder Zauberpflanzen.

Frau Brandt, gelernte Buchhändlerin, bezeichnet sich als begeisterte Hobbygärtnerin im Ruhrgebiet und verbindet ihre beiden Leidenschaften Garten und Literatur auf ihren Online-Portalen, zusammen mit Ihrem Mann Wolfgang.

Nun, nicht jeder ist Internet-affin, und deshalb ist es sehr erfreulich, dass ein Querschnitt Ihres Fundus über deutschsprachige „Rosenpersönlichkeiten“ nun als Buch erschienen ist (ISBN 9783752859577). Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Deutschland, aber beim Schmökern findet man auch längere oder kürzere Texte über Lotte Günthart, Richard Huber, Elisabeth Oberle, Hans Rathgeb, Anne Marie Trechslin, Ernest Tschanz, Dietrich Woessner u.a.

Ein Buch, nicht um auf einmal durchzulesen, sondern immer wieder zu Hand zu nehmen und über das Wissen zu staunen.

Doch, uns gibts!...

Hausgarten Basel-Land: Ende Oktober blühen die letzten Pyrenäenastern, das Landreitgras Karl Foerster gibt bis zum Frühling Struktur

 

"Was, ein Verein...., ... wofür???" ist eine typische Reaktion gärtnerisch unvorbelasteter Personen auf meine Beschreibung der GSS (Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde). Stauden sind unbekannt, demzufolge die Idee einer organisierten Anhängerschaft, milde gesagt, kurios. Rosen haben es da leichter, sie prangen auf etlichen Verpackungen, tätowiert auf diversen Körperteilen, sind namensgebend für grosse Kinotitel oder Popsongs, benannt nach Models und häufig gepflanzt im öffentlichen Grün.

Von diesem Imageproblem abgesehen, gibt es durchaus inhaltliche Schnittmengen mit dem rosenaffinen Personenkreis. Und zumindest den besonders Garten- und Pflanzenbegeisterten, deren Passion sich unter anderem in einer Doppelmitgliedschaft sowohl bei den Rosen- als auch Staudenfreunden manifestiert, muss die Autorin Stauden nicht weiter erklären.

Für alle übrigen: Botaniker definieren Stauden als netznervige, krautige (= nicht verholzend) Gewächse, deren oberirdischen Teile im Winter absterben und die mit bodennahen Knospen überwintern. Keine Regel ohne Ausnahme; immergrüne Arten aus wintermilden Klimaten gehören auch in diese Gruppe. Verwendungsorientiert werden auch Gräser und Farne hierzu gezählt, also die "Krautschicht", die um Sträucher und Bäumen herum wachsen kann.

Ursprünglich 1966 als Schweizer Iris- Lilien- und Taglilienverein gegründet, hat die 1985 auf GSS umgetaufte, heutige Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde den offiziellen Vereinszweck, Freilandstauden und ihre Verwendung zu fördern und das Wissen um Stauden zu bewahren, weiter zu entwickeln und den Mitgliedern zugänglich zu machen. Vor allem die eher gartenfernen besseren Hälften sehen in der GSS eine Selbsthilfegruppe, wo Pflanzoholics und Gartenpassionierte sich ganz und gar dem Gärtnerlatein, Werkzeugvergleich und Stoffbeschaffung (wo hast du die neue Echinacea 'Pandaemonium' her?) widmen können.

Die ca. 600 Mitglieder setzen sich zusammen aus Liebhabergärtnerinnen und -gärtnern (amateur gardeners), Landschaftsbau-Geschäften, Staudengärtnereien und Baumschulen sowie Planungsbüros. Organisiert sind sie in ca. 5 Regionalgruppen, deren Leiterinnen und Leiter jeweils ein Jahresprogramm mit Vorträgen, Führungen durch Gärten und Gärtnereien sowie Exkursionen zusammenstellen. Ohne diese "Motoren" wäre es recht eintönig in der GSS, denn der Verein lebt von der aktiven Beteiligung möglichst vieler. Zusätzlich organisiert der Vorstand überregionale Veranstaltungen, so z.Bsp. diesen November einen Vortrag des Staudenexpertens Dieter Gaißmayer.

Im Vivace, dem Vereinsorgan, das vier Mal pro Jahr von der Redaktion herausgegeben wird, werden Veranstaltungstermine und interne Informationen veröffentlicht, abgerundet durch Berichte gelaufener Ereignisse, Pflanzenportraits und Kolumnen über Gartenunterhalt und Hortikultur.

Nach einer etwas harzigen Phase und einem Neustart mit einem komplett neuen Vorstandsteam 2017 blicken wir verhalten optimistisch in die Zukunft. Wir wissen nicht, in welcher Form und mit welchen Medien wir in vielleicht 20 Jahren zukünftigen Pflanzenbegeisterten eine Plattform bieten werden. Doch die Tatsache, dass sich Stauden trotz wechselnder Moden halten und dass Sorten, die hartnäckige Züchter vor über 150 Jahren getauft haben, noch immer aktuell sind, lässt uns zuversichtlich vorwärts denken. Gemäss dem inoffiziellen Motto: zäh wie eine Bahnwärterlilie (Hemerocallis fulva), ausbreitungsfreudig wie eine Wildaster (Aster ageratoides Asran), und anpassungsfähig wie ein Zymbelkraut (Cymbalaria muralis) werden wir vom Vorstand weiterhin die GSS hegen und pflegen und uns auf neue Begegnungen, belebende Gespräche und kuriose Staudenneuheiten freuen.

Und alle, die jetzt neugierig geworden sind, können sich auf unserer Webseite www.staudenfreunde.ch umschauen. Dank der intensiven Pflege durch Lilian Wernli ist sie seit letztem Jahr stets aktuell, und neue Termine erscheinen dort umgehend unter "Veranstaltungen".

 

Mit den besten Grüssen im Namen des GSS-Vorstands,                    Ute Rieper

 

www.staudenfreunde.ch

sekretariat@staudenfreunde.ch

Lilian Wernli 061 303 32 00

 

Bischofszeller Rosen- und Kulturwoche

Die 17. Rosen- und Kulturwoche in Bischofszell vom 28. Juni – 1 Juli war dank auch dem herrlichen Wetter ein grosser Erfolg mit etwa 50‘000 Besuchern. Wir Rosenfreunde hatten einen idealen Standplatz an dem oberen Ende der Marktgasse. Die Präsentation mit den Fahnen zum Thema Wildrosen, mit vielen Rosen und Stauden im Verkauf sowie Informationsmaterial kam sehr gut an. Die motivierte Standbesatzung aus Thurgauer und St. Galler Rosenfreunde haben über die 9 Tage viele interessante Fachgespräche geführt und Kontakte zu Rosen- und Gartenliebhabern hergestellt. 5 Neumitglieder für die Gruppen Bern, Schaffhausen, Thurgau und Zürich konnten gleich am Stand gewonnen werden. Allen herzlich willkommen!

Der Verkehrsverein registrierte 30 Rosenführungen, inklusive der neuen Wildrosenanlage am Stadtbach unterhalb des Schlosses. Wie berichtet, konnte unser Vorstandsmitglied Beni Bischof für den Verein Rosen- und Kulturwoche Bischofszell in einem feierlichen Rahmen den Kulturpreis des Rotary Clubs Oberthurgau entgegennehmen.

 

 

Wer nicht in Bischofszell war, oder nochmals die schönen Rosenbilder sehen möchte: Am 25. August 2018 um 20:10 „SRF bi de Lüt“ einschalten – die Sendung kommt diesmal aus Bischofszell mit Rückblenden zur Rosen- und Kulturwoche.

Behcet Ciragan

 

Besuch der Wildrosensammlung in Aubonne

Am 12. Juni haben 14 Mitglieder des GSRF sowie 17 des SRAR sich im Arboretum du Vallée de l’Aubonne getroffen, um gemeinsam die dortige Wildrosensammlung zu besuchen. Treffpunkt für uns (aus den Regionalgruppen Aargau, Basel, Bern, Spiez/Berner Oberland und Winterthur) war der Gare von Morges. Nach einem Willkommenskaffee durch SRAR auf der Terrasse des Zentrums Arbr’espace im Arboretum, wanderte man leicht aufwärts bis Bois Guyot, wo die Sammlung vor bald 40 Jahren gepflanzt wurde. Auf dem Weg sahen wir den seltenen Glögglifrosch, passierten romantische Holzbrücken, und haschten schöne Ausblicke an einem herrlichen Sommertag. Raymond Tripod, Präsident des SRAR und im Vorstand des Arboretum, gab uns sodann eine Übersicht über die Geschichte des Arboretums. Unsere Angst, alles wäre bereits verblüht, war unnötig: am Hang waren viele prächtig gewachsene Wildrosensträucher, die noch blühten, bzw. in voller Blüte waren. Augenscheinlich war jedoch, dass einige der ursprünglich gepflanzten Sorten nicht mehr vorhanden oder überwachsen waren. Es folgte ein ausgezeichnetes gemeinsames Mittagessen im nahen Auberge communale de Montherod. Danach fuhren wir mit einigen SRAR-Mitgliedern zur Rosenschule von Alain und Gisèle Tschanz. Im Schaugarten und im neuen Gewächshaus gab es wieder viele Rosen zu sehen. Gegen halb fünf ging es dann wieder Richtung Morges und weiter heimwärts. Einige Eindrücke aus dem Tag sind in diesem Heft zu sehen. Wir hoffen, dass wir uns auch in Zukunft ein Mal im Jahr mit unseren Rosenfreunden vom SRAR zu einer gemeinsamen Unternehmung treffen werden.                      

Behcet Ciragan

 

Impressionen aus dem Arboretum du Vallée de l‘Aubonne

 

Rosenhang am Bois Guyot                         Rosa multiflora

 

Pont de la Sandoleyre

 

Rosa macrophylla                                                   Rosa filipes

Spezialitätenmarkt Wädenswil

Der Spezialitätenmarkt Wädenswil ist hinter uns. Unser erster Stand war in einer gedeckten Halle mit Pro Specie Rara, Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde und ...dem Schweizerischen Pelargonienverein. Mit den neuen Fahnen zum Jahresthema Wildrosen und den fast 100 Wild- und naturnahen Rosen von Hauenstein war der es ein richtiger Blickfang. Danke an Emanuel Trueb für die Herstellung der Fahnen und an Mario Moser, Nick Kienast und Reta Ciragan für den unermüdlichen Standdienst. Die Beratung zum Thema Rosen und Wildbienen wurde rege in Anspruch genommen. Mehr als die Hälfte de Rosen wurden verkauft, die meisten innerhalb den ersten 2 Stunden! Wir hätten noch mehr verkaufen können wenn z.B. 'Mozart', 'Heavenly Pink', 'Officinalis' bereits blühen würden. Der Renner war 'Plaisanterie', da wäre die doppelte Menge möglich gewesen! Auch alle 'Angela', 'Cornelia', 'Rosa glauca', 'Schloss Heidegg' und 'Purple Skyliner' gingen weg. Das Interesse an botanischen Wildrosen war eher verhalten, öfterblühende naturnahe Strauchrosen waren begehrt. Die Beratung zur Rosen war ein guter Einstieg um unseren Verein bekannt zu machen. Das Rosenblatt und die Mitgliedsantragskarten wurden Interessenten verteilt. Am Stand gleich unterschrieben hat ein Neumitglied, mehrere weitere sind in Aussicht. Danke auch unserem Ehrenpräsidenten Theo Zwygart und verschiedenen Mitgliedern für ihren Besuch am Stand. Wir hätten aber gerne mehr Mitglieder zu einem Hallo und Schwatz gesehen. Nächstes mal?

Berner Wildpflanzenmärit

Der Berner Wildpflanzenmärit am 25. April auf dem Bundesplatz war einen Besuch wert. Die Baumschulen Simon Bolz und Roland Wenger haben an einem gemeinsamen Stand einheimische Wildrosen offeriert, u.a. Raritäten wie R. chavinii, R. montana, R. sherardii, R. stylosa und R. uriensis, aber auch andere einheimische Sträucher. An anderen Ständen konnte man eine grosse Auswahl von Wildstauden, Gemüse-Setzlinge, Samen finden. Die Stimmung war freundlich, an den Ständen konnte man interessantes von den offensichtlich engagierten Verkäufern erfahren.

Wildbienen-Ziegel

Wer schon mal versucht hat Samen von Wildblumen auszusäen, weiss wie teuer diese Samen sind und wie schwer sie angehen. Die Idee von den Wildbienen-Ziegel finde ich deshalb ziemlich gelungen. Es werden hier 4 verschiedene Wildblumen-Mischungen (Frühblüher, Sommerblüher mager oder nährstoffreich), Spätblüher) in einer 27 cm breiter PET-Schale kultiviert geliefert. Im Garten braucht man nur das entsprechende Stück Rasen auszustechen und den Pflanzenziegel einzusetzen. Die Wahrscheinlichkeit der Versamung wird dadurch stark erhöht. Die Frühblüher-Mischung z.B. beinhaltet Frühlings-Platterbse, Gamander-Ehrenpreis, Gefleckte Taubnessel, Gewöhnliches Lungenkraut, Gundermann, Hohe Schlüsselblume, Kelch-Steinkraut, Kriechender Günsel, Wiesenschaumkraut, Zaun-Wicke. Die Ziegel wurden von der Grosshandelsgärtnerei Labhart entwickelt, können aber über www.sellana.ch oder einigen Gärtnereien im Einzelhandel zu Fr 25-26 pro Stück gekauft werden.

Die 3 Musterexemplare dieser Wildbienen-Ziegel die wir an unserem Stand am Spezialitätenmarkt Wädenswil ausgestellt haben, generierten sehr viel Interesse und gute Gespräche.

 

GV der SRAR

Die Société Romande des Amis des Roses hatte am 21. April 2018 ihre GV in der Räumlichkeiten des Établissement Horticole de Montreux (Gartenbauamt). Etwa 40 Mitglieder inkl. einiger Gäste vom GSRF nahmen an dem vom Präsidenten Raymond Tripod zügig und witzreich geführten Versammlung teil. Im Anschluss konnte man die Anlagen des Gartenbauamts oder den Parc de l'Europe besichtigen. Das Amt betreut mit 40 Angestellten insgesamt 30 Hektaren Gartenanlagen in Montreux. Erfreulicherweise soll grossmehrheitlich auf biologische Weise produziert werden. Interessant für uns ist auch die Neuigkeit, dass die SRAR mit der Société Genevoise d'Horticulture fusioniert hat und zukünftig Société Romande des Amis des Roses et de l'Horticulture (SRARH) heissen wird. Wir wünschen unserer sehr aktiven Schwesterorganisation weiterhin viel Erfolg und freuen uns auf das Treffen am 9. Juni im Arboretum Aubonne.

Wildbienen-Garten in Leutwil

Im März-Heft des Rosenblatts haben wir den Wildbienen-Garten an der Boniswilerstr. 4, Leutwil, erwähnt. Dieses Jahr konnte man ihn am 24. März zum ersten Mal besuchen. Auf dem Lehrpfad konnte man einiges über Wildbienen und ihr Umfeld lernen. Es war eindrücklich wie die Mauerbienen bereits sehr aktiv auf Partner- und Nistplatzsuche waren. Weitere Besuchstage sind der 21.4., 26.5., 23.6., 25.8. und 8.9.

 

Eröffnungsfeier bei Alain Tschanz

Am 23. März luden Alain und Gisèle Tschanz eine Anzahl Rosenfreunde zu einer Eröffnungsfeier in Aclens ein. Anlass war die Fertigstellung ihres neuen 1000 m2 Foliengewächshauses. Dieses ermöglicht dem Paar ihre Rosen in der Nähe der Kundschaft zu veredeln und zu pflegen. Die Halle wird belüftet. Die Container-Rosen werden aus einem externen Tank von unten durch Kapillarwirkung bewässert. Tschanz hat mit dem Vertrieb von Englischen Rosen aufgehört und konzentriert sich nun auf Alte Rosen und Wildrosen.

Rosenschnittkurs im Schloss Heidegg

Am 10. März organisierte die Rosengesellschaft Zentralschweiz einen Rosenschnittkurs auf Schloss Heidegg unter der Leitung von Ruedi Brun. Er wurde assistiert durch Pius Thali und Herrn Ott. Unter den ca. 60 Teilnehmern waren viele „Doppelmitglieder“. Für mich und meine Frau Reta eine gute Gelegenheit u.a Ruedi Brun, Stefan Kubinec, Dieter Ruckstuhl, Pius Thali und Walter Waltisberg kennen zu lernen. Während es im Rosengarten etwas kühl war, sind wir im Schlosskeller bei Kaffee und Kuchen schnell warm geworden