Rosen und ihre Begleiter

Grün, grün, grün ...
In der letzten Ausgabe dieses Jahres muss ich Ihnen noch die Vorzüge von Efeu (Hedera helix) als Vertreter immergrüner Begleitpflanzen von Rosenbegleiter schmackhaft machen. Viele mögen jetzt denken, warum den Efeu, der als guter Bodendecker das Erdreich zwar bald abdeckt, dies unter Rosen jedoch zu Kümmerwuchs unserer Lieblinge führen kann? Ganz einfach: Als Hintergrund von Rosenbeeten oder «Mixedborder» ist Efeu ideal.
Dies gilt auch für alle immergrünen Gehölze wie Eibe (Taxus baccata) für halbschattige bis schattige Lagen, Glanzmispel ‘Red Robin‘ (Photinia fraseri), in rauen Gegenden aber nur bedingt winterhart, nicht invasiver Portugiesischer Kirschlorbeer (Prunus lusitanica) und Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare), der einheimisch und in milden Gegenden durchaus wintergrün ist. Alle sind sehr schnittverträglich und bilden als Formschnittgehölz verwendet kaum giftige Beeren.
Ich habe Efeu als Zaunbegrünung verwendet, indem ich die Pflanzen direkt an einen stabilen Maschendrahtzaun setzte und die Triebe laufend durch die Drahtkaros zog. So entstand bei einer Zaunhöhe von 180 cm und Pflanzen mit 100 cm langen Trieben in zwei Jahren ein blickdichter Zaun. Mit einer Tiefe von maximal 25 cm nimmt er nur wenig Platz ein, muss aber, wie Formschnittgehölze auch, zweimal jährlich in den Monaten ohne «r» geschnitten werden.
Über Drahtkugeln gezogen kann Efeu als immergrünes Gehölz Akzente setzen, und aus überschüssigen Trieben entsteht für die Adventszeit ein hübscher Türschmuck. Efeu bildet nur im Alter und bei Unterlassen des Schnittes Blüten im Herbst. Die Früchte folgen ab November. Vielleicht gibt’s dafür in Ihrem Garten ja etwas Platz? Bienen und Vögel wird’s freuen, womit wir schon beim Jahresthema 2021 wären.

Heit e guete Start ins neue Johr!

Herzlichst Brigitt Buser

Efeukranz
Bild: Brigitt Buser

Auf den blühenden Zweig kommen
Einer der Rosenbegleiter ist auch mit der Rose verwandt. Ich meine damit nicht der Frauenmantel (Alchemilla mollis), der mit seinen feinen zitronenfarbenen Blüten nicht nur mit wirklich jeder Rosenfarbe harmoniert, sondern auch das Blau von Rittersporn, Glockenblume und Storchschnabel hervorhebt. Gemeint sind all die Zwetschgen-, Kirsch- und Apfelbäume, welche die unglaubliche Last von in die Bäume geleiteten Ramblerrosen tragen, was wir gelegentlich zu vergessen scheinen. Spätestens, wenn ein heftiger (November)Sturm übers Land zieht und der Baum mit Rose zu Boden geht, wissen wir beim Wegräumen, wie schwer der Kletterer werden kann. Wichtig zu wissen daher: Falls Sie einen Rambler in einen Baum wachsen lassen möchten, so sollte dieser unbedingt gesund sein. Kranke oder bereits abgestorbene drohen schon beim kleinsten Sturm unter der Last zusammenzubrechen. Gesunde hingegen kaum. Bei ihnen ist jedoch mit immer weniger Blüten und demzufolge einer Obsternte zu rechnen, lässt sich das Gerüst doch aufgrund der rasch wachsenden Ramblertriebe kaum noch schneiden. Zudem verhindern diese, dass genügend Licht den Weg in den Baum findet. Sollte sich doch an Zweigen Bündel mit dicken Knospen finden, so können Sie einige Zweige ins Haus nehmen, jedoch besser erst am Barbaratag (4. Dezember). Die Enden schräg angeschnitten und in zimmerwarmem Wasser an einen hellen Standort im Haus gestellt, blüht Ihnen an Weihnachten ein Wunder, das Glück und Segen bringen soll.

Kirschblüte
Geeignet sind nebst Kirschen (Bild) auch Zwetschgen und Pflaumen.
Bild: Brigitt Buser

Herbsthochzeit
Im Laufe des Oktobers zieht sich der Hofstaat der Königin Rose immer mehr zurück, um sich in die Winterruhe zu begeben. Tapfer hält die Rose das manchmal schon recht unwirtliche Wetter aus, um dann an sonnigen Oktobertagen wieder unverdrossen einzelne Blüten zu öffnen. Noch besser zur Geltung kämen sie, würden da noch der eine oder andere Begleiter mit ihr blühen. Zum Glück ist da noch die Hofdame ‘Aster‘, die es noch nicht so eilig mit der Winterruhe hat. Aufgrund der grossen genetischen Unterschiede zwischen den amerikanischen und eurasischen Asternarten wurden diese taxonomisch in zwei Gattungsnamen aufgeteilt. Somit tragen die bekannten, im Herbst blühenden Gartenformen der Glattblatt-, Raublatt-, Myrten- und Kissen-Aster den Gattungsnamen «Symphyotrichum». Im Handel hat sich dieser jedoch noch nicht durchgesetzt, daher ist der Korbblütler immer noch unter dem Namen «Aster» erhältlich. Er blüht in den Farben Rosa, Dunkelrot, Hellblau, Lila, Violett und Weiss. Auch sind Arten und Sorten mit unterschiedlichen Höhen erhältlich und eignen sich daher nicht nur für Kombinationen mir mehrmals blühenden Strauchrosen, auch mit Bodendecker- und Beetrosen vergesellschaftet bringen sie Farbe und Leichtigkeit ins Herbstbeet. Wichtig: Der Standort sollte nicht zu heiss und der Boden nicht zu schwer, noch zu sandig und trocken sein sowie einen mittleren Nährstoffgehalt aufweisen. Überdüngung, Wärme- und Trockenstress fördern den Befall von Mehltau. Garantiert mehltaufrei sind Sorten der Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae). Um über Jahre hinweg verlässlich zu blühen, sollten Astern zudem gelegentlich geteilt werden.

Brigitt Buser


Ferdinand Pichard 
Remontantrose ‘Ferdinand Pichard‘ mit Astern und Phlox.
Bild: Brigitt Buser

Schmeichelnde Halme
Hätte man mir vor Jahren gesagt, dass Rosen und Gräser wunderbar miteinander harmonieren, so hätte ich meine Stirn gerunzelt und dazu auch noch den Kopf geschüttelt. Nach drei unglaublichen spannenden Jahren in der Rosenabteilung eines Gartencenters im Zürcher Oberland wurde ich aber bald eines Besseren belehrt. Rosen und Gräser passen wirklich hervorragend zusammen. Idealerweise in Kombination mit mehrmals blühenden Sorten, da die meisten Gräser erst ab August ihre anmutig tanzenden Blütenrispen im Wind tanzen lassen. Davor füllen sie die Lücken mit dichten, je nach Sorte grünen, roten, stahlblauen oder gar weiss- oder gelbgrünen panaschierten schmalen Blatthorsten. Ausserdem sind Gräser in allen erdenklichen Höhen erhältlich. So lassen sie sich nicht nur mit Bodendecker-, Beet- und Strauchrosen kombinieren, auch neben Gruppen von Theehybriden wirken sie mit ihren langen Halmen sehr attraktiv.
Wichtig zu wissen beim Kauf: Gräser mögen grundsätzlich keine nassen Standorte, vertragen aber gut kurzzeitige Trockenheit. Wählen Sie nur horstbildende Arten, da diese keine Wurzelausläufer bilden und so durch Beet wandern. Und sind Sie sich ob meiner Schwärmerei für die zarten und dennoch sehr robusten Gräser dennoch nicht sicher, so greifen sie für einmal einfach auf einjährige Arten wie das momentan überall erhältliche Lampenputzergras (Pennisetum setaceum) zurück, dass übrigens auch im Topf, in Kombination mit oder ohne Rosen, eine gute Gattung macht.

Viel Spass beim Ausprobieren        Brigitt Buser

Rosa persica Hybride
Bild: Brigitt Buser

 

 

Violett zum Zweiten
Wieder dieselbe Farbe, werden Sie jetzt sicherlich denken, aber ich muss Ihnen diesen, im Hochsommer blühenden und daher idealen Rosenbegleiter für die zweite und dritte Blüte, einfach wärmstens empfehlen. Zudem blüht das in Brasilien, Bolivien, Peru, Chile, Argentinien, Paraguay und Uruguay beheimatete Argentinische Eisenkraut (Verbena bonariensis) überreich bis zum Frostbeginn und wo es im Winter nicht zu kalt wird, gilt es als winterhart. Fällt es dennoch weg, sind im Handel Samen oder ab Mai vorkultivierte Pflanzen erhältlich.
Was die Pflege anbelangt, so ist die mit dichten violetten Dolden auf hohen vierkantigen Stielen besetzte Staude sehr bescheiden und nicht nur als Rosenbegleiter geeignet. Auch im Kübel auf Balkon und Terrasse oder im Staudenbeet mit Sonnenhut, Montbretie oder Gräsern kombiniert, wirkt sie sehr attraktiv und wird gerne von Bienen und Schmetterlingen besucht.

Viel Spass beim Ausprobieren Brigitt Buser

Verbena bonarienseis Brigitt Buser
                                                                                                          Bild: Brigitt Buser

Keine Regel ohne Ausnahme
Eigentlich ein ungewohntes Bild, wenn sich im Juli plötzlich die meistens zwei Hüllblätter von einer Lauch Art lösen und viele kleine violetten Blüten sich zu einem eiförmigen Blütenstand auffächern. Zu spät im Frühjahr gesetzt, könnte man meinen. Nein, mit nichten! Bei dieser Lauchart handelt es sich um den sehr genügsamen Kugellauch mit dem kaum aussprechbaren, botanischen Namen Allium sphaerocephalon. Einmal ab September die Zwiebeln gepflanzt oder ab Juli vorkultiviert im Gartencenter gekauft, bevorzugt er im Beet einen sonnigen Standort in gut durchlässigem Boden. Hier wirkt die bis zu 70cm hoch werdende, medditerrane Art besonders schön in Kombination von rosafarbenen Beetrosen wie ‘Bonica‘ oder in Gruppen im Hochsommerstaudenbeet mit beispielsweise dem Patagonischen Eisenkraus (Verbena bonariensis), Perovskien, Sonnenhut (Echinacea) und natürlich Gräsern.

Herzlich Brigitt Buser

 


Allium sphaerocephalon
Bild: Brigitt Buser

Die Blütenköpfe des sehr genügsamen Kugellauchs sind
nicht kugel-, sondern eiförmig und ziehen viele Insekten an.

Rose Bonica
Beetrose 'Bonica'                    
Bild: Maria Nyffenegger

Genügsamer Lückenfüller
Ein Rosenbegleiter für alle Fälle ist das Mutterkraut (Tanacetum parthenium) aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Aus dem östlichen Mittelmeerraum stammend, fand die als Heilpflanze oft einjährig, aber auch mehrjährig kulti- vierte Staude, bereits im 18. Jahrhundert den Weg in unsere Bauerngärten.
Da rasch aufrecht und gut verzweigt wachsend, eignet sie sich mit einer Höhe von bis zu 80 cm wunderbar als Lückenfüller im Beet. Bereits drei bis vier Pflanzen, der in Blüten und Blätter an Kamille erinnernde Staude mit stark herben Duft, reichen aus, um einen Quadratmeter Gartenboden abzudecken.
Besonders hübsch macht sich das anspruchslose Mutterkraut, welches mit jedem Boden zurechtkommt, vorausgesetzt er ist nicht staunass, in Kombination mit allen erdenklichen Stauden, einjährigem Sommerflor und natürlich Rosen, da die zarten Blütenschleier nicht konkurrenzierend, sondern verbindend wirken. Dies von Juni bis September, wenn Verblühtes ab und zu entfernt wird.

Ghislaine de Féligonde und Mutterkraut
Rose Ghislaine de Féligonde und Mutterkraut
Text und Bild: Brigitt Buser

Wilde Schönheit
Rosenbegleiter gibt es viele. Jeder hat hier so seine Vorlieben. In den letzten Monaten habe ich Ihnen sehr unterschiedliche Arten von Stauden wie graue Eminenzen und Ritter, königliche Zwiebelblüher, aber auch einfaches «Fussvolk» näher gebracht. Nun möchte ich Ihnen aber einen Rosenbegleiter vorstellen, welcher, egal wo er gepflanzt wird, Romantik, Natürlichkeit, aber auch Respekt vermittelt. Und dabei steht er einfach kerzengerade da und lässt seine Blüten hängen. Zudem ist er auch in den Farben der Rosen anzutreffen. Rosa in vielen Schattierungen, dunkles Rot, leuchtendes Weiss, Crème, zartes Gelb und gedämpftes Apricot. Eben alles ausser das kontrastbildende Blau. Und dann sollte man ihm auch noch Respekt zollen, ist das zweijährig zu kultivierende Wegerichgewächs stark giftig, welches in humosem Boden einen durchaus sonnigen, ansonsten halbschattigen Standort bevorzugt. Die Hummeln scheinen dies nicht zu interessieren, fliegen sie doch in grossen Scharen die «Rachenblumen» an und verschwinden in ihren Innern. Wieder draussen, summen und brummen sie scheinbar leicht betrunken zur nächsten Blüte. Ein herrliches Schauspiel! Nun, spätestens jetzt wissen Sie, wer mit diesem Rosenbegleiter gemeint ist.
Herzlich Brigitt Buser

Digitalis purpurea 'Dalmatian White'
Bild: Brigitt Buser
Digitalis purpurea «Dalmatian White» kann 120 cm hoch werden.

Und jetzt mal umgekehrt!
Zu meiner Zeit im Gartencenter Meier in Dürnten hatten wir eine Rose im Verkauf, die mir, die Historische Rosen über alles liebt, mit ihren gelben bis apricot changierenden Blüten immer wieder die Augen zum Leuchten brachten und ein Lächeln auf meine Lippen zauberte, so sehr gefiel mir ihr Anblick. Suchte eine Kundin eine gesunde, mehrmalsblühende Beetrose in Gelb, steuerte ich gerne auf diese Schönheit zu, wodurch dann auch öfters einige Pflanzen das Gartencenter verliessen und ein neues Zuhause fanden. Von einer Dame weiss ich, dass sie diese im Kübel mit dem Sommerflor ‘Zauberschnee‘ (Chamaesyce hypericifolia) kombinierte, deren kleine, weisse Blüten sich wie Schneegestöber über die halbgefüllten, leicht duftenden Schalen der Schönheit legte. Ich hingegen kann mir die Rose gut in Kombination mit blau-oder weissblühenden Stauden wie Staudensalbei (Salvia nemorosa), Lavendel (Lavendula), Katzenminze (Nepeta) und Storchschnabel (Geranium) oder den einjährigen Blüten von Jungfer im Grünen (Nigella) in Weiss oder Blau vorstellen.
Die mehrmalsblühende Beetrose aus dem Hause Tantau wird übrigens 50 bis 80 cm hoch und hat sattgrünes Laub. Auch als Hochstamm vor blau, weiss oder violett blühenden Stauden wie Glockenblume (Campanula), Nachtviole (Hesperis) und natürlich Rittersporn (Delphinium) ist die Schönheit ein Traum, die weltweit den Namen ‘Hansestadt Rostock‘ trägt, bei uns aber auch ‘Elsbeth Meier‘ heisst und im gleichnamigen Gartencenter in Dürnten oder z. B. bei Rosen-Huber in Dottikon mit all den genannten Begleitpflanzen bestellt werden kann. Versuchen Sie es: Auch Ihre Augen werden leuchten und die Lippen lächeln!
Herzlich Brigitt Buser

Hansestadt Rostock I Elsbeth Meier
Beetrose Hansestadt Rostock I Elsbeth Meier                                   Foto:Tantau-Rosen

Von Trompeten und Turbanen
Ob Lilien ideale Rosenbegleiter sind, darüber lässt sich streiten, wollen doch beide Königinnen im Beet sein. Die eine verströmt mit schalenförmigen bis stark gefüllten, die anderen mit trompeten- und turbanähnlichen Blüten einen oft betörenden Duft. Ausser Blau sind auch bei Lilien alle Farbtöne vertreten. Konkurrenzieren tun sie sich also. Dennoch kann man beide zusammen gut ins selbe Beet pflanzen, lösen doch viel Arten der Lilie die der Rosen ab. Einzig die Madonnenlilie (Lilium candidum) und der Türkenbund (L. martagon) blühen meiner Erfahrung nach bereits zur Rosenzeit. Doch dank ihrer eher schlanken Blüten an eben solchen Stängeln konkurrenziert die Madonnenlilie auch in der Nähe von Rosen stehend kaum mit diesen.

Lilium martagon
Der Türkenbund mag einen halbschattigen Standort. Foto: Maria Nyffenegger

Der Türkenbund bevorzugt im Gegensatz zu den meisten anderen Lilienarten einen humosen, tiefgründigen Boden und eignet sich, mit seinen eher kleinen, Turbanen ähnelnden Blüten, hervorragend für naturnahe Gärten. Einmal etabliert bilden sich bald schönen Gruppen. Erhältlich sind auch andere Varietäten wie beispielsweise L. martagon var. album mit weissen Blüten. Ein Versuch lohnt sich – jetzt ist Pflanzzeit! Gelegentlich tut sich das «Lilienhähnchen», ein schöner, signalroter Blattkäfer und dessen Larve, die im eigenem Kotsack an der Blattunterseite sitzt, an dem Zwieblgewächs gütlich. Entfernen lassen sich die Larven mit einem Wasserstrahl. Einmal auf den Boden gefallen, finden sie nicht mehr auf die Pflanze zurück und gehen ein. Die Käfer einfach absammeln.

Herzlichst Brigitt Buser
Lilium candidum
Die Madonnenlilie bevorzugt sonnige Lagen. Foto: Brigitt Buser

Der Ritter unter den Rosenbegleitern
Wohl keine Blüten erstrahlen in schönerem Blau, als die des Rittersporns, und keine mit aufrechtwachsenden Blütenrispen beschenkte Staude harmoniert so wunderbar mit der Rose (siehe Königin mit Hofstaat). Sein Deutscher Name verdankt das Hahnenfussgewächs dem «Sporn» an der Blüte. Nebst der einjährigen Art, Delphinium consolida, sind da die heissbegehrten mehrjährigen Arten, die in Gruppen eingeteilt sind. Die Belladonna- wird bis 140 cm, die der Elatum- und der Pacificgruppe 180 bis 200 cm hoch. Was den Boden anbelangt, so sollte dieser frisch, locker, humos und nährstoffreich sein. Im zeitigen Frühling zurückgeschnitten und mit einer Schaufel gut verrottetem Kompost gedüngt, und dies nochmals nach der ersten Blüte, sorgt für einen üppigen Flor, wobei der zweite etwas bescheidener ausfällt. Auch muss die hochwachsende Prachtstaude, mit je nach Sorte gefüllten Blüten, gestützt werden. Dies wirkt zwar nicht gerade attraktiv, die relativ weichen Blütenrispen in unterschiedlichen Blautönen, Violett, Weiss oder sogar Rosa sind aber so bei Sommerregen oder Wind standfester. Langlebig ist der Rittersporn auch nicht unbedingt. Es liegt also nicht an der Pflege, wenn die eine oder andere Pflanze nach ein paar Jahren wegfällt. Zudem werden die bald austreibenden, zarten Triebe von der beigefarbenen Genetzten Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) und der Garten-Wegschnecke (Arion hortensis), mit nahezu schwarzem Rücken und oranger Unterseite, besonders geliebt. Damit die Triebe den teilweise sehr kleinen Schnecken nicht zum Frass fallen und um andere Tiere zu schützen, verwendete ich dazu Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat, eine natürliche Verbindung, die überall in der Natur vorkommt. Zudem deckte ich die Pflanzen kurzzeitig mit Erbsenhüten ab. Und obwohl der Boden im Baselbiet sehr lehmig ist – die ritterliche Staude gedieh in meinem Garten immer prächtig.
Viel Erfolg Brigitt Buser
Rittersporn Finsteraarhorn
Mit seinen kobaltblauen Blüten und fast schwarzen Staubgefässen ist Delphinium elatum ’Finsteraarhorn’ ein wahrlich ritterlicher Rosenbegleiter. Foto: Brigitt Buser

Graue Eminenzen des Hofstaates
Graulaubige Stauden wie z. B. Wollziest (Stachys byzantina) eignen sich für Kombinationen mit allen Farben von Rosenblüten. Mit weissen wirkt sie edel, mit gelben schlicht, rote Rosen erhalten einen interessanten Kontrast, mit «blauen» wie ’Rapsody in Blue’ wird’s opulent und lachsfarbene Kombinationen wirken zurückhaltend oder orange einfach frisch. Dasselbe gilt mit Lavendel, der ebenso zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) gehört, jedoch ein Halbstrauch ist. Dies natürlich nur erfolgreich, wenn man ihre Herkunft berücksichtigt. Beide stammen aus medditerranen Gefilden - der Wollziest aus Vorderasien und Kaukasus und der Lavendel aus dem Mittelmeerraum – und bevorzugen daher trockene, nährstoffarme Böden. Bei zuviel Nässe beginnen die flachwachsenden, fleischigen Wurzeln des Wollziests wie auch die von Lavendel schnell zu faulen. Beim Lavendel ist es zudem notwendig, dass die Triebe, wie bei den Rosen ja auch, bis zum Herbst ausreichend ausreifen können, da noch grüne mit hohem Wassergehalt erfrieren. Darum ist es wichtig, dass beide zu den Schwachzehrern gehörenden Eminenzen nicht zu nahe zu den Rosen gepflanzt und wenn überhaupt, nur sehr schwach und im Frühjahr gedüngt werden. Zu hohe Stickstoffdüngergaben führen zu Geilwuchs (die Pflanze schiesst auf). Ausser das Schnecken sich gerne am Wollziest gütlich tun, ist bei beiden Pflanzen kaum mit Schädlingen oder Krankheiten zu rechnen. Als raschwachsender Flachwurzel eignet sich der Wollziest bestens zur Abdeckung oder Einfassung von Beeten. Lavendel ebenfalls, und dank der überwinternden Blattrosetten des Ziests und grauen «Nadeln» vom Lavendel breitet sich auch in schneelosen Zeiten Winterfeeling in den Beeten aus.
Wollziest
Wollziest als Beeteinfassung.
Text und Foto: Brigitt Buser