Rosen und ihre Begleiter

Und jetzt mal umgekehrt!
Zu meiner Zeit im Gartencenter Meier in Dürnten hatten wir eine Rose im Verkauf, die mir, die Historische Rosen über alles liebt, mit ihren gelben bis apricot changierenden Blüten immer wieder die Augen zum Leuchten brachten und ein Lächeln auf meine Lippen zauberte, so sehr gefiel mir ihr Anblick. Suchte eine Kundin eine gesunde, mehrmalsblühende Beetrose in Gelb, steuerte ich gerne auf diese Schönheit zu, wodurch dann auch öfters einige Pflanzen das Gartencenter verliessen und ein neues Zuhause fanden. Von einer Dame weiss ich, dass sie diese im Kübel mit dem Sommerflor ‘Zauberschnee‘ (Chamaesyce hypericifolia) kombinierte, deren kleine, weisse Blüten sich wie Schneegestöber über die halbgefüllten, leicht duftenden Schalen der Schönheit legte. Ich hingegen kann mir die Rose gut in Kombination mit blau-oder weissblühenden Stauden wie Staudensalbei (Salvia nemorosa), Lavendel (Lavendula), Katzenminze (Nepeta) und Storchschnabel (Geranium) oder den einjährigen Blüten von Jungfer im Grünen (Nigella) in Weiss oder Blau vorstellen.
Die mehrmalsblühende Beetrose aus dem Hause Tantau wird übrigens 50 bis 80 cm hoch und hat sattgrünes Laub. Auch als Hochstamm vor blau, weiss oder violett blühenden Stauden wie Glockenblume (Campanula), Nachtviole (Hesperis) und natürlich Rittersporn (Delphinium) ist die Schönheit ein Traum, die weltweit den Namen ‘Hansestadt Rostock‘ trägt, bei uns aber auch ‘Elsbeth Meier‘ heisst und im gleichnamigen Gartencenter in Dürnten oder z. B. bei Rosen-Huber in Dottikon mit all den genannten Begleitpflanzen bestellt werden kann. Versuchen Sie es: Auch Ihre Augen werden leuchten und die Lippen lächeln!

Herzlich Brigitt Buser

Hansestadt Rostock I Elsbeth Meier

Beetrose Hansestadt Rostock I Elsbeth Meier                                     Foto:Tantau-Rosen

 

Von Trompeten und Turbanen
Ob Lilien ideale Rosenbegleiter sind, darüber lässt sich streiten, wollen doch beide Königinnen im Beet sein. Die eine verströmt mit schalenförmigen bis stark gefüllten, die anderen mit trompeten- und turbanähnlichen Blüten einen oft betörenden Duft. Ausser Blau sind auch bei Lilien alle Farbtöne vertreten. Konkurrenzieren tun sie sich also. Dennoch kann man beide zusammen gut ins selbe Beet pflanzen, lösen doch viel Arten der Lilie die der Rosen ab. Einzig die Madonnenlilie (Lilium candidum) und der Türkenbund (L. martagon) blühen meiner Erfahrung nach bereits zur Rosenzeit. Doch dank ihrer eher schlanken Blüten an eben solchen Stängeln konkurrenziert die Madonnenlilie auch in der Nähe von Rosen stehend kaum mit diesen.

Lilium martagon
Der Türkenbund mag einen halbschattigen Standort. Foto: Maria Nyffenegger

Der Türkenbund bevorzugt im Gegensatz zu den meisten anderen Lilienarten einen humosen, tiefgründigen Boden und eignet sich, mit seinen eher kleinen, Turbanen ähnelnden Blüten, hervorragend für naturnahe Gärten. Einmal etabliert bilden sich bald schönen Gruppen. Erhältlich sind auch andere Varietäten wie beispielsweise L. martagon var. album mit weissen Blüten. Ein Versuch lohnt sich – jetzt ist Pflanzzeit! Gelegentlich tut sich das «Lilienhähnchen», ein schöner, signalroter Blattkäfer und dessen Larve, die im eigenem Kotsack an der Blattunterseite sitzt, an dem Zwieblgewächs gütlich. Entfernen lassen sich die Larven mit einem Wasserstrahl. Einmal auf den Boden gefallen, finden sie nicht mehr auf die Pflanze zurück und gehen ein. Die Käfer einfach absammeln.

Herzlichst Brigitt Buser
Lilium candidum
Die Madonnenlilie bevorzugt sonnige Lagen. Foto: Brigitt Buser

Der Ritter unter den Rosenbegleitern
Wohl keine Blüten erstrahlen in schönerem Blau, als die des Rittersporns, und keine mit aufrechtwachsenden Blütenrispen beschenkte Staude harmoniert so wunderbar mit der Rose (siehe Königin mit Hofstaat). Sein Deutscher Name verdankt das Hahnenfussgewächs dem «Sporn» an der Blüte. Nebst der einjährigen Art, Delphinium consolida, sind da die heissbegehrten mehrjährigen Arten, die in Gruppen eingeteilt sind. Die Belladonna- wird bis 140 cm, die der Elatum- und der Pacificgruppe 180 bis 200 cm hoch. Was den Boden anbelangt, so sollte dieser frisch, locker, humos und nährstoffreich sein. Im zeitigen Frühling zurückgeschnitten und mit einer Schaufel gut verrottetem Kompost gedüngt, und dies nochmals nach der ersten Blüte, sorgt für einen üppigen Flor, wobei der zweite etwas bescheidener ausfällt. Auch muss die hochwachsende Prachtstaude, mit je nach Sorte gefüllten Blüten, gestützt werden. Dies wirkt zwar nicht gerade attraktiv, die relativ weichen Blütenrispen in unterschiedlichen Blautönen, Violett, Weiss oder sogar Rosa sind aber so bei Sommerregen oder Wind standfester. Langlebig ist der Rittersporn auch nicht unbedingt. Es liegt also nicht an der Pflege, wenn die eine oder andere Pflanze nach ein paar Jahren wegfällt. Zudem werden die bald austreibenden, zarten Triebe von der beigefarbenen Genetzten Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) und der Garten-Wegschnecke (Arion hortensis), mit nahezu schwarzem Rücken und oranger Unterseite, besonders geliebt. Damit die Triebe den teilweise sehr kleinen Schnecken nicht zum Frass fallen und um andere Tiere zu schützen, verwendete ich dazu Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat, eine natürliche Verbindung, die überall in der Natur vorkommt. Zudem deckte ich die Pflanzen kurzzeitig mit Erbsenhüten ab. Und obwohl der Boden im Baselbiet sehr lehmig ist – die ritterliche Staude gedieh in meinem Garten immer prächtig.
Viel Erfolg Brigitt Buser
Rittersporn Finsteraarhorn
Mit seinen kobaltblauen Blüten und fast schwarzen Staubgefässen ist Delphinium elatum ’Finsteraarhorn’ ein wahrlich ritterlicher Rosenbegleiter. Foto: Brigitt Buser

Graue Eminenzen des Hofstaates
Graulaubige Stauden wie z. B. Wollziest (Stachys byzantina) eignen sich für Kombinationen mit allen Farben von Rosenblüten. Mit weissen wirkt sie edel, mit gelben schlicht, rote Rosen erhalten einen interessanten Kontrast, mit «blauen» wie ’Rapsody in Blue’ wird’s opulent und lachsfarbene Kombinationen wirken zurückhaltend oder orange einfach frisch. Dasselbe gilt mit Lavendel, der ebenso zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) gehört, jedoch ein Halbstrauch ist. Dies natürlich nur erfolgreich, wenn man ihre Herkunft berücksichtigt. Beide stammen aus medditerranen Gefilden - der Wollziest aus Vorderasien und Kaukasus und der Lavendel aus dem Mittelmeerraum – und bevorzugen daher trockene, nährstoffarme Böden. Bei zuviel Nässe beginnen die flachwachsenden, fleischigen Wurzeln des Wollziests wie auch die von Lavendel schnell zu faulen. Beim Lavendel ist es zudem notwendig, dass die Triebe, wie bei den Rosen ja auch, bis zum Herbst ausreichend ausreifen können, da noch grüne mit hohem Wassergehalt erfrieren. Darum ist es wichtig, dass beide zu den Schwachzehrern gehörenden Eminenzen nicht zu nahe zu den Rosen gepflanzt und wenn überhaupt, nur sehr schwach und im Frühjahr gedüngt werden. Zu hohe Stickstoffdüngergaben führen zu Geilwuchs (die Pflanze schiesst auf). Ausser das Schnecken sich gerne am Wollziest gütlich tun, ist bei beiden Pflanzen kaum mit Schädlingen oder Krankheiten zu rechnen. Als raschwachsender Flachwurzel eignet sich der Wollziest bestens zur Abdeckung oder Einfassung von Beeten. Lavendel ebenfalls, und dank der überwinternden Blattrosetten des Ziests und grauen «Nadeln» vom Lavendel breitet sich auch in schneelosen Zeiten Winterfeeling in den Beeten aus.
Wollziest
Wollziest als Beeteinfassung.
Text und Foto: Brigitt Buser